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 «Stricken räumt den Kopf auf, 

ist meine geistige 

Müllabfuhr» 

STRICKERIN

Trudy Müller-Bossard

Stricken ist mein roter Faden. Swinging Sixties, Liebeskummer, Mutterwerden, FCZ-Niederlagen – egal, was das Leben gerade auftischte, ich habe immer gestrickt. Mein erstes Stück fertigte ich als Fünfjährige, wegen Keuchhusten damals in Quarantäne und heimwehkrank. Der Pullover für die Puppe war handwerklich zwar eine Katastrophe und bestand aus mehr Laufmaschen als sonstwas. Aber da die Puppe keine sprechende war, gabs keine Klagen – sie trägt das gute Stück heute noch.

Seither habe ich wohl gefühlte Millionen von Laufmetern in Maschen verwandelt. Verwandte, Bekannte und Freundinnen bestrickt. Und ganz nebenbei auch den therapeutischen Wert der Strickerei entdeckt. Es gibt nach einem Tag Kopfarbeit nichts Besseres als Stricken, um den mit Infos zugemüllten Kopf wieder auszumisten.

 

BLiNGDiNG! ist ein eigendynamisches Zufallsprojekt. Es begann mit Pulswärmern für Tochter und Freundinnen, die wiederum anderen Töchtern und Freundinnen auffielen und immer mehr Bestellungen nach sich zogen. Jetzt stricke ich im Auftrag. Das Leben kann anrichten, der rote Faden liegt bereit.